„Enttäuschend“: Festkomitee reagiert auf Rikscha-Eklat am Alter Markt

Weiberfastnacht in Köln.

KÖLN. Bravo, Colonia! Viele Kölner Jecke haben an Weiberfastnacht wieder ein starkes Zeichen gesetzt, sind dem Aufruf von Festkomitee und Stadt gefolgt und blieben zu Hause. Doch um den „Auftritt“ von organisierten Karnevalisten und Karnevalistinnen der Roten Funken und der Damengarde auf dem Alter Markt gibt es mächtig Wirbel.

Es war kurz vor 11.11 Uhr an Weiberfastnacht – da enterten zwei Fahrrad-Rikschas den Alter Markt. Der „Express“ war direkt vor Ort: Mit lauter Musik und laut „Kölle alaaf“ machten dort vier Jecke auf sich aufmerksam. Zwei Mitglieder der Roten Funken und eine Soldatin der Damengarde Coeln waren in den Rikschas zu erkennen.

Als die Fotografen auf sie aufmerksam wurden, hielten sie an und posierten stolz. Später auch vor dem Kölner Dom. Von offizieller Seite ernten sie nun dafür wenig Beifall, im Gegenteil. Denn eigentlich lautete der Aufruf, insbesondere für organsierte Karnevalisten, zu Hause zu bleiben.

Rote Funken: Rikscha-Aktion „halb so wild“

Dass diese Tour auch ohne Musik und lautes Gegröle hätte stattfinden können, sieht Ebert aber auch. „Vielleicht waren sie wegen des Wetters im Überschwang ihrer Gefühle.“ Letztlich gäbe es für die Funken, einer davon ist Funken-Koch, keine Konsequenzen. Ebert: „Da machen wir jetzt einen Deckel drauf und gut ist.“

Festkomitee äußert Sorge um Außendarstellung des Kölner Karnevals

Das Festkomitee Kölner Karneval sieht das anders. Präsident Christoph Kuckelkorn: „Ich bin sehr froh, dass sich die ganz große Mehrheit der Kölner wie schon am 11.11. so stark am Riemen gerissen hat“, sagt er und rügt zugleich die Einzel-Aktionen: „Umso enttäuschender für alle ist es sicherlich, wenn einige wenige dann ausscheren und das Bild der unbelehrbaren Kölner nach außen senden, das bundesweit von den Medien gezeigt wird. Gerade der organisierte Karneval sollte mit gutem Beispiel voran gehen.“

Damengarde und Rote Funken: keine Konsequenzen

„Wir sind mit gutem Beispiel vorangegangen“, entgegnet Christiane Henneken, Sprecherin der Damengarde Coeln gegenüber dem „Express“.

„Es war eine coronakonforme Einzelaktion. Sie wollten für gute Laune sorgen und haben das Ornat voller Stolz getragen.“

(dpa)